News: Besuch in Machu Picchu

Am Montag waren wir in Machu Picchu. Dieser Ort stand natürlich auf der Wunschliste, ist er doch einer der magischen Orte der Inkas und legendär. Er liegt unweit von Cusco und kann mit einer Bahnfahrt erreicht werden. Eine andere Möglichkeit ist eine viertägige Wanderung über einen der Inkatrails, die jedoch limitiert sind, so dass eine Anmeldung Monate im Voraus nötig ist. Man darf den Trail auch nur mit einem Führer begehen. So haben wir uns entschlossen, „quasi von hinten“ mit dem Auto soweit wie möglich heranzufahren. Zusammen mit zwei anderen Paaren bzw. Autos aus Canada und München sind wir in einer langen Tagesreise von Cusco nach Santa Theresa gefahren. Die Strecke ging über den 4341 Meter hohen Pass Abra Málaga, dann wieder runter in ein geradezu tropisches Tal und zum Ende über eine schmale einspurige Schotterstraße mit Furten und einer schmalen Brücke, die wir erstmal prüfend zu Fuß betraten. Sie hat gehalten. Dann sind wir bereits im Dunkeln in Santa Theresa angekommen und haben hier die Nacht auf einem Zeltplatz verbracht.


Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Taxi weiter nach Hidro-Electrica, eine Bahnstation der Machu Picchu-Bahn. Ab hier sind wir dann entlang der Bahngleise bis zum Ort Aguas Calientes gewandert, der Ort zu Füßen von Machu Picchu. Eigentlich wollten wir dann die Treppen nehmen, die die letzten ca. 350 Höhenmeter zur Stadt überwinden. Aber leider lösten sich von meinen Wanderschuhen die Sohlen, so dass ich nur noch Flip-Flops zur Verfügung hatte. So mussten wir den Bus nehmen, der sich die engen Serpentinen hinauf windet. Den Rückweg nahmen wir jedoch über die Treppe, das ging auch mit Flip-Flops recht gut.

In Machu Picchu auf ca. 2400 Meter angekommen, waren wir sofort überwältig von dem grandiosen Anblick der Stadt. Die absolute Höhe ist mit 2400 m zwar nicht so gewaltig, Cusco liegt auf ca. 3400 Metern, aber die Lage ist wirklich einzigartig. Die Stadt liegt in einem Sattel zwischen einem Kamm und dem berühmten Sporn Huayna Picchu. Tief unten schlängelt sich der Rio Urubamba mit der Bahnlinie um die Szenerie, die umrahmt wird von 3000 bis 4000 Meter hohen Bergen. Ein zauberhaftes Bild. Wie an vielen anderen Stätten der Inkas staunt man immer wieder, wie es gelang diese Siedlung in diesen steilen Sattel zu bauen. Terrassen, die dem Anbau und der Befestigung der Hänge dienen, umrahmen die Stadt. Einzelne Viertel können begangen werden und immer wieder geht der Blick zu dem alles überragenden Sporn Huayna Picchu und die umliegende Bergkulisse. Wir gehen durch die Gassen der Viertel, bestaunen die Wasseranlagen und einzelne Tempelbereiche und genießen den Draufblick auf die Stadt vom höchsten Punkt des Kammes. Die Geschichte der 1911 wiederentdeckten Stadt ist nicht ganze geklärt. Man nimmt jedoch an, dass sie einem Inkaherrscher als Rückzugsort aufgrund des milden Klimas diente.
https://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu
Wir haben Sonnenschein und Regen und sind über 4 Stunden in der Stadt. Dann, gegen 17:00 Uhr, müssen wir den Rückweg über die Treppen antreten und verbringen die Nacht in einem Hostel in Aguas Calientes.


Morgens gegen 06:00 Uhr verlassen Claudia und ich die Stadt, die anderen bleiben noch einige Stunden. Wir wandern wieder die Bahnstrecke am Fluss entlang nach Hidro-Electrica, wo unser Taxi wartet und uns wieder nach Santa Theresa auf den Zeltplatz bringt. Eigentlich wollten wir gleich weiter nach Cusco fahren. Der Taxifahrer teilt uns jedoch mit, dass die schmale Gebirgsstraße durch einen Bergrutsch verschüttet sei, und wir den Ort nicht verlassen können. Das passt eigentlich gar nicht, da wir am übernächsten Tag zu einer Tour ins Amazonasgebiet aufbrechen wollten. Wir müssen diese verschieben und uns den Naturgewalten ergeben. Bereits bei der Hinfahrt über die engen Straßen dachte ich schon, was wohl passiert, wenn hier mal ein Hang abrutscht, was durchaus immer möglich ist. Man sieht die Stellen, die dann ausgebessert werden. Uns bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten und einen Tee zu trinken. Am Nachmittag gehen wir noch mal zu den Taxifahrern des Ortes und fragen wie der Stand ist. Es ist unverändert, man baut fleißig an der Straße, vielleicht geht es am Nachmittag des folgenden Tages weiter. Jedoch sehen wir, dass andere beladene Taxis von der Straße kommen. Auf weiteres Nachfragen erfahren wir, dass es noch eine Straße gibt, die steil über den Berg führt und schwer zu befahren ist.
Zurück auf dem Zeltplatz sind die anderen aus Aguas Calientes bereits angekommen und wir beraten. Wir entschließen uns es zu probieren, ehe eine weitere Rutschung auch den verbleibenden Weg versperrt. Unsere Freunde haben geländegängige Fahrzeuge, die unserem Bus leicht „aufhelfen“ können. So starten wir und suchen den unbekannten Weg, die Dämmerung ist nicht mehr weit, wieder ein kleines Abenteuer. Auf dem Weg nehmen wir einen Arbeiter mit, der an der Ausbesserung der Straße arbeitet. Unsere vorletzte Büchse Bier geht an den Kollegen, der sich als Glücksfall erweist, da er den Weg kennt wenn das Navi versagt, bzw. uns abbiegen lassen will, wo es nicht passt. Erst geht es steile und schmale Wege bergauf. An einer Stelle helfen die Freunde und schieben uns über eine allzu steile Passage, dann geht es weiter. Wir kommen auf einen größeren Weg, passieren kleine Einsiedelein und Dörfer. Nach Stunden, es ist bereits dunkel, geht es bergab. Wir passieren schlammige und sandige Stellen, die wir bergauf nicht befahren könnten. Zum Ende kommt noch Gegenverkehr, der wegen der gesperrten Straße auch diese Wege benutzten muss. Steckt ein Fahrzeug fest, sind sofort alle Fahrer da und helfen. Auch für die Einheimischen ist dies eine ungewöhnliche Situation. Abends gegen 21:00 Uhr kommen wir in Santa Maria an der Hauptstraße an. Wir sind glücklich und müde und entspannen in einem Restaurant bei Bier und Pollo (Hühnchen). Wir sind froh, dass wir die Tour gemeinsam gemacht haben, Brad und Una aus Canada und Paula und Konstantin aus München waren tolle Reisegefährten, danke an Euch.
Da wir nun unsere Reise in den Amazonas verschoben haben, fahren wir gemütlich nach Cusco zurück und besuchen noch andere Inkastätten im „Heiligen Tal der Inka“.
Die nächste Station auf unsere Reise ist ein siebentägiger Trip in den Nationalpark Manú im Amazonasgebiet Perus. Aber davon berichten wir beim nächsten Mal.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Man%C3%BA

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