New York City

Mittwoch, der 12.08.2015
Der Tag begann mit einem kurzen Frühstück beim chinesischen Bäcker um die Ecke. Dann sind wir langsam durch China-Town in Richtung Downtown spaziert. Ground Zero und das One World Trade Center waren die Ziele. Auf den Grundflächen der Zwillingstürme des ehemaligen WTC gibt es jetzt zwei große Basins, in dem Wasser über zwei Ebenen in ein „schwarzes Loch“ fällt. Das „Loch“ ist nicht bis auf den Grund einsehbar, das Wasser verschwindet darin. Es scheint den Hades zu speisen und führt direkt zu den Opfern von 9/11.

Ground zero

Ground zero


Freedom Tower 2

Freedom Tower


Freedom Tower

Freedom Tower 2


Übergang zur Path-Station

Übergang zur Path-Station


Die neue Path-Station, im Fordergrund Ground Zero

Die neue Path-Station, im Fordergrund Ground Zero

Die Besichtigung und die Aussichtsplattform des One World Trade Center werden wie gewohnt großartig inszeniert. Man kann sich dem kaum entziehen. Claudia ist da etwas gelassener, ich bin begeisterter und genieße den grandiosen Blick über die Stadt bis weit nach New Jersey, Queens, die Bronx und Brooklyn aus immerhin ca. 541 Metern Höhe.

Blick über Midtown nach Uptown mit Hudson River

Blick über Midtown nach Uptown mit Hudson River


Blick über Downtown nach Brooklyn und Queens mit Eastriver

Blick über Downtown nach Brooklyn und Queens mit Eastriver

Später sind wir langsam nach Norden gelaufen, in Richtung Meatpacking District auf Manhattans Westside. Hier haben wir die nunmehr verlängerte highlane besucht. Eine ehemalige Hochbahn für Güterzüge, die u.a. auch das Meatpacking-District mit angebunden hat. Dies in Zeiten als noch nicht der LKW das bestimmende Transportmittel war. Im Norden führte die Stecke an die Gleise der Penn-Station. Bis dahin kann man die High Line heute auch spazierend erkunden. Es ist toll, es bieten sich ganz neue Blicke und man fühlt sich der Geschichte der Stadt sehr nah. Mit der nunmehr maximalen Ausdehnung der privat verwalteten highlane hat die Stadt eine neue Attraktion.
www.thehighline.org/visit

Highlane

Highlane


Highlane 2

Highlane 2

Am südlichen Aufgang der High Line befindet sich heute auch das neue Whitney Museum. Aber dazu morgen mehr.

Am Abend sind wir dann nach Downtown Brooklyn gefahren. Wir wollten von Brooklyn Heights aus die nächtliche Skyline von Downtown Manhattan bestaunen. Die ehemaligen Piers unterhalb von Brooklyn Heights sind jetzt ein Park in dem viel los war. Aber der Blick war auch wirklich toll.

Downtown at night

Downtown at night


Brooklyn- und Manhattan-Bridge bei Nacht

Brooklyn- und Manhattan-Bridge bei Nacht


Downtown bei Nacht

Downtown bei Nacht

Zu guter Letzt sind wir dann unter der Brooklyn-Bridge in Richtung Manhattan-Bridge gelaufen und über diese zurück zu unserem Hotel in Chinatown. Es war ein schöner und langer Tag und doch sahen wir nur ein Bruchteil der vielen spannenden Ecken, die wir mal wieder besuchen wollten.

Donnerstag, den 14.08.2015
Auf Claudias deutlichen Hinweis hin haben wir das Frühstück nicht beim chinesischen Bäcker eingenommen, auch klappte es nicht mit meinen Pancakes. Es wurde ein Restaurant, welches sich sehr europäisch gab und so auch gut in Berlin-Friedrichshain oder Kreuzberg zu finden sein könnte. Da ich sehr sicher bin, „meinen“ Pancake auch noch in einem Diner in Kentucky oder irgendwo in Nebraska zu bekommen, verzichte ich gerne und teste, was man hier unter einem europäischen Frühstück versteht. Auch habe ich den Eindruck, dass wir ziemlich achtsam mit uns umgehen…, jeder steckt eher mal zurück, sicher eine gute Übung für ein Jahr Leben im VW-Bus…
Das Ziel des Vormittages ist das neue Whitney Museum of American Art in Meatpacking District. Der Neubau von Renzo Piano ist beindruckend. Auf allen Ebenen kann man aus den Ausstellungsräumen heraus auf große Terrassen gehen und Midtown Manhattan und die Greenwich Village betrachten. www.whitney.org

Whitney Museum

Whitney Museum

Es gab die Ausstellung „American Art“. Eine Übersicht zur amerikanischen bildenden Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Es war sehr beeindruckend. Viele bekannte, aber vor allem auch uns unbekannte, Meister, die in ihren Werken die USA und die Zeitgeschichte reflektierten. Es war ein Gang durch die US-Geschichte. Viele Bilder zeigten auch Stationen unserer Reise der nächsten zwei Monate. Immer wieder fanden sich Bilder, die deutlich Stellung nahmen zu politischen Ereignissen. So zu Rassenunruhen im Süden. Ein Bild zeigt die sogenannten „Strange Fruits“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Strange_Fruit

Es gab ein Bild mit Sacco und Vanzenti. Angelea Davis und die „Willmington 10“, das große Trauma Vietnam-Krieg aber auch die Kriege in Afghanistan usw. wurden thematisiert und oft mit einer deutlichen Stellungnahme. Man spürt hier sehr genau, was in der amerikanischen Demokratie möglich ist, selbst wenn die jeweiligen Regierungen und große Teile der Gesellschaft sehr konservativ sind.

Nach dem Museumsbesuch sind wir in den Stadtteil Inwood, in den Norden Manhattans, gefahren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Inwood_%28Manhattan%29
Mit dem A-Trane die Westside hoch, nach Harlem, dann weiter bis Washington Heights bis zum Ende in der 207 St. in Inwood. Ich wollte sehen was aus der Gegend geworden ist, in der ich u.a. mit Gregor wir von August 1996 bis März 1997 gewohnt haben.
Inwood hat sich herausgeputzt. Es gibt Neubauten, vielen neue Läden, die ganze Gegend wirkt viel sauberer. Aber es finden sich immer noch die Spuren der ehemaligen irischen Bewohner. Die Latinos haben Inwood jetzt „eingenommen“. Damals, 1996, war hier noch eine „Grenze“, durchlässig zwar, mit kleinem Grenzverkehr und kaum sichtbar aber doch spürbar. Heute scheint es sich verändert zu haben. Schräg gegenüber von unserem damaligen Wohnhaus mit der Nummer Broadway 5000 gibt es jetzt einen kleinen Laden in dem man zusehen kann, wie Dominikaner Zigarren drehen, die man dann auch gleich kaufen kann. Also eine echter New Yorker. Da müssen die Kollegen aus Havanna sich noch strecken, um ihren Markt wieder zu bekommen. Aber die Zeichen der Zeit stehen günstig dafür.

Broadway 5000, Inwood

Broadway 5000, Inwood


Dominican Cigars in Inwood

Dominican Cigars in Inwood

Nach einem Lunch im Inwood Hill Park sind wir nach

gefahren. https://de.wikipedia.org/wiki/Williamsburg_%28Brooklyn%29
Auch dieser ehemalige Arbeiterbezirk, in dem auch eine starke jüdische Community lebt, mit Industrie und Logistik am East River war 1996 sehr in Veränderung begriffen. Straßenweise nahmen jungen Leute aus Manhattan, einen billigen und verfallenden Stadtteil in Besitz, zogen in alte Fabriketagen und bildeten ein eigenes kleines Biotop.
Heute, bald 20 Jahre später, ist es eine tolle Spielwiese für die Hipster dieser Welt. Mann trägt Bart und cruised mit Fixies oder alten Rennrädern durch die Gegend, jede Menge Restaurants, und Modeläden, viele Neubauten und schöne sanierte Altbauten. Es wurde viel investiert. Wer heute die Pioniere von einst sucht, die es nicht geschafft haben, muss wohl weiter im Osten in den alten Industrie- und Wohnquartieren in Brooklyn suchen.

Einige der alten industriell und vor allem logistisch genutzten Uferflächen zum East River sind heute Parks und Sportanlagen mit einem tollen Blick auf Midtown Manhattan. Wir genießen ihn am Abend. Im Park picknickt eine orthodoxe jüdische Familie mit vielen Kindern. Junge Paare sitzen beisammen, ältere auch. Latinos, Weiße, Juden und Schwarze schauen in den Sonnenuntergang und das langsame Aufflammen der nächtlichen Lichter von Midtown. Im Park gibt es heute Abend Freiluftkino, umsonst und draußen.

Parkbesucher beim Sonnenuntergang im Hintergrund die Williamsburgbridge

Parkbesucher beim Sonnenuntergang im Hintergrund die Williamsburgbridge


Blick nach Midtown von Greenpoint-Williamsburg

Blick nach Midtown von Greenpoint-Williamsburg


Midtown

Midtown


Midtown

Midtown

http://www.nycgovparks.org/park-features/future-parks/greenpoint-williamsburg-waterfront

Später fahren wir mit dem Subway von der Marcy Avenue wieder zurück nach Manhattan und laufen zum Hotel.

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One Response to New York City

  1. Rossi says:

    Broadway 5000, klingt einfach toll!

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