Bericht: Sacred land everywhere

Nach dem Verlassen der Reservation fahren wir in die Black Hills und suchen einen Campingplatz im Custer State Park. Es ist ziemlich zynisch, einen Park in den Black Hills nach Custer zu benennen. General Custer hat unnötigerweise den Goldrausch in den Black Hills ausgelöst und damit waren die erst wenige Jahre alten Verträge mit den Lakota hinfällig und deren endgültige Vertreibung begann. Es beruhigt, dass er seine Strafe bekommen hat. Mehr zu General Custer hier: https://de.wikipedia.org/wiki/George_Armstrong_Custer

Wir verbringen dann doch die Nacht außerhalb des State Parks. Am nächsten Tag fahren wir eine kleine Rundtour, einen Scenic Drive, schauen uns einiges an. So sehen wir von weitem das Mount Rushmore Monument. Hier sind die Köpfe der US-Präsidenten Thomas Jefferson, George Washington, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln ca. 18 m hoch in Stein gemeißelt. Die dazugehörige touristische Infrastruktur findet sich natürlich auch. Im Reiseführer (Reise know-How) steht, dass man sich hier allabendlichen zum kollektivem Absingen der US-Nationalhymne einfinden kann. Das geht selbst mir etwa zu weit.

Mount Rushmore faces

Mount Rushmore faces

In einer anderen Gegend der Black Hills gibt es einen Gegenentwurf dazu. Hier ist das Crazy Horse Memorial, eine seit 1948 im Bau befindliche monumentale Skulptur zu Ehren des Lakota-Indianers Crazy Horse, die ähnlich wie das Mount Rushmore National Memorial in einen Berg gehauen wird, jedoch um ein Vielfaches größer. Bisher kann man nur den Kopf von Crazy Horse bewundern. Für mich ist das alles etwas abstoßend, Claudia kann damit auch nichts anfangen.
Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Crazy_Horse_Memorial
Am Nachmittag verlassen wir die Berge wieder. Auf dem Weg nach Rapid City kommen wir durch eine perfekte „Spass- und Tourismuslandschaft“. Furchtbar, gerade wenn man Naturbeschreibungen in die „Die Söhne der Großen Bärin“ gelesen hat.
Die Black Hills haben viel zu bieten, man könnte hier mehrere Tage sicher tolle Wanderungen, Paddeltouren usw. machen, aber wir sind doch etwas unruhig und lassen uns nicht darauf ein, die Black Hills noch ein paar Tage zu erkunden. Es treibt uns weiter. Auch hinterlässt das Wissen um deren Bedeutung und Geschichte ein schales Gefühl.

Nach Rapid City fahren wir auf dem Interstate 90 in Richtung Wyoming nach Westen. Wenn mir Nebraska und South Dakota schon sehr weit und nahezu menschenleer vor kam, so ist es in Wyoming nochmal etwas weiter und menschenleerer. In Nebraska und South Dakota sieht man immer wieder mal Eingangsportale, oft sind es eher Schilder, die auf eine Ranch hinweist, die von der Straße aus nicht zu sehen sind. Aber immerhin leben da Menschen und bearbeiten das Land. Der Drahtzaun an den Weiden ist allgegenwärtig. In Wyoming hingegen gibt es immer mehr Land, welches nicht eingezäunt ist. Auch eine einsame Ranch sieht man höchst selten. Das Land reicht bis zum Horizont.

Wyoming

Wyoming

In der Ferne, vor uns im Westen, sieht man die Silhouette der Rocky Mountains. Wir nähern uns den Bighorn Mountains, einem Gebirgszug der Rockys. Wir verbringen die Nacht in Dayton auf einem kleinen Campingplatz am Fuße der Bighorn Mountains. Wir sind die einzigen Gäste und können uns den Platz aussuchen.

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Bighorn_Mountains

Am Morgen beginnt die Fahrt über die Bighorn Mountains. Es geht fast bis auf 3000 Meter hoch. Der Bus schnauft tüchtig, hinter uns bilden sich immer wieder kleine Staus, die wir bei Gelegenheit vorbeilassen. Es tut sich eine schöne weite Gebirgslandschaft auf. Die Waldgrenze geht hier bis über 2600 Meter hoch.

Bighorn Montains_1

Bighorn Montains_1


Bighorn Mountains_2

Bighorn Mountains_2


Bighorn Mountains_3

Bighorn Mountains_3

Hier sehen wir auch den ersten richtigen Cowboy bei der Arbeit, den Claudia gleich fotografiert. Nun sind wir wirklich im Westen.

Cowboy at work

Cowboy at work

Auf einem hohen Sporn auf der Westseite des Gebirgszuges besichtigen wir ein Sacred Wheel der Indianer. Der State Parkservice weist heute auf dies kulturhistorische Stätte hin, pflegt den Parkplatz, den Zugangsweg zur Kultstätte, die auf ca. 3000 Meter Höhe liegt usw. Uns wurde versichert, dass die Indianer die Kultstäte regelmäßig nutzen und sie eine hohe Bedeutung bis weit über die Region hinaus hat. Entlang der Umzäunung des Steinkreises aus Kalkstein, finden sich dann auch viele kleine Opfergaben an den großen Geist. Uns erstaunt etwas, dass eine staatliche Einrichtung diese Stätte betreut.

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Medicine_Wheel

Sacred Wheel

Sacred Wheel


Sacred Wheel aus Kalkstein

Sacred Wheel aus Kalkstein


Opfergaben_1

Opfergaben_1


Opfergaben_2

Opfergaben_2


Opfergaben_3

Opfergaben_3


Opfergaben_4

Opfergaben_4


Opfergaben_5

Opfergaben_5


Buffalo

Buffalo

Als es hinunter ins Bighorn Basin geht ist die Abfahrt so steil, dass die Bremsen heiß werden. Das Fett aus den Radlagern der Vorderräder wird flüssig und läuft aus. Moderne Doppelscheibenbremsen kühlen sich besser ab. Jedoch sind die Radlager ok, wie uns dann später in LA Randy von der „Automeister Garage“ nach der Prüfung erklärt. Link: http://www.yelp.com/biz/auto-meister-manhattan-beach

Wir fahren weiter nach Westen und kommen durch das Bighorn Basin auf der Fahrt nach Cody.

Blick nach Westen ins Bighorn Basin

Blick nach Westen ins Bighorn Basin

Die Stadt ist die erste richtige Westernstadt und wurde durch Buffalo Bill (William Frederick Cody) gegründet. Er ist ein Volksheld, so richtig nach dem Geschmack der Amerikaner. Erst hat er die Buffalos mit abgeschlachtet und so geholfen die Arbeiter auf den großen transkontinentalen Eisenbahnbauprojekten zu ernähren. Später war er Scout im Westen für die US-Armee. Dann ist er mit seinem Wild-West-Zirkus durch die Welt getingelt und hat es sogar bis Berlin geschafft. Sicher war das auch eine Grundlage für die Europäische Begeisterung für den „Wilden Westen“, die Indianer und Cowboys. Er hat viel Geld verdient, wieder viel verloren und war schon zu Lebzeiten eine Person von öffentlichem Interesse, er wusste sich vermarkten. Später hat er die Stadt Cody gegründet und sich erste Gedanken über einen Staudamm am Durchbruch des Shoshonen River durch die Snake Mountains gemacht.
Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Buffalo_Bill
Wir übernachten am Ufer des Stausees vom Buffalo Bill Damm und genießen den Sonnenuntergang.

Gorge des Shoshonen River

Gorge des Shoshonen River

Staudamm des Buffalo Bill Stausee

Staudamm des Buffalo Bill Stausee

Abendstimmung mit Dame

Abendstimmung mit Dame


Abendstimmung mit fotografierender Dame

Abendstimmung mit fotografierender Dame

Abendstimung, leider ohne Dame

Abendstimung, leider ohne Dame

Am Vormittag entschließen wir uns doch das Buffalo Bill Museum des Smithsonian Institution in Cody zu besuchen. Neben der Ausstellung über Buffalo Bill gibt es eine hochgelobte Ausstellung über die Indianer der Plains, die ich mir ansehe.

Mato-Tope

Mato-Tope


Aufzeichnung von Mato-Tope

Aufzeichnung von Mato-Tope

Gelogie Schaubild im Bufalo Bill Museum, könnte auch von Prof. Nitz sein

Gelogie Schaubild im Bufalo Bill Museum, könnte auch von Prof. Nitz sein


Später fahren wir dann weiter in Richtung Westen zum Yellowstone National Park, unser nächstes Ziel. Der Yellowstone Nationale Park liegt auf einem Hochplateau und so fahren wir erstmal auf über 2500 Meter Höhe und treffen auch gleich unseren ersten Buffalo. Wir werden diese tollen Tiere hier noch oft treffen.

Buffalo am Yellowstone Lake

Buffalo am Yellowstone Lake


Buffalos

Buffalos

Ersteinmal suchen wir einen Zeltplatz für die Nacht, was nicht so einfach ist. Wir müssen in den Süden bis nach Louis Lake fahren und finden dort gerade so einen freien Stellplatz auf dem Zeltplatz. Die Nacht ist ungewohnt kalt und morgens fällt das Aufstehen schwer.

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3 Responses to Bericht: Sacred land everywhere

  1. Elke says:

    Hallo ihr beiden, vielen lieben Dank für die tollen Reiseberichte. Ihr gestaltet euch die Zeit sehr abwechslungsreich und es ist schön immer wieder von euch zu hören! LG Elke und Matti

  2. Rossi says:

    Vielen Dank für die schöne Büffelkarte. Lilo hat sich sehr gefreut und findet den Büffel „richtig toll“, allerdings fragt sie sich, warum der auf einer Straße läuft…Über Mato Tope kann man noch mehr im Berliner Ethnologischen Museum erfahren, da gibt es u.a. eine große Büffelhaut mit einer Geschichte.
    Liebe Grüße

  3. henschel says:

    die 4 in Stein gemeißelten Herren wurden im Sommer 2005 von deutschen Industriekletterern geputzt.
    vgl. https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=UEtJaY0KGiY
    sonnige Grüße
    Sven

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