Bericht: Panama – „Pro Mundi Beneficio“

Am Freitag, den 22.01.2016 kommen wir nach einer schönen Überlandfahrt in Panama City an.


Hier müssen wir alle Formalitäten für die Verschiffung des Busses nach Cartagena, Kolumbien, erledigen. Da es keine Straße durch die Provinz Darien und weiter nach Kolumbien gibt, kommt der Bus in einen Container und schippert in einem Tag über das Karibische Meer nach Kolumbien. Wir werden ebenfalls auf ein Schiff steigen und über die San Blas Inseln nach Kolumbien fahren. Für den Verschiffungsprozess erhalten wir schriftliche Instruktionen von einer Agentin, die wir sorgfältig abarbeiten. Das macht Claudia, die ihre fortgeschrittenen Spanischkenntnisse hier sehr nützlich einsetzen kann.
Aber nun ist erstmal Wochenende, wir haben Zeit für die Stadt. Wir logieren im Hotel Country Inn & Suite, direkt an der pazifikseitigen Einfahrt des Panamakanals. Wir genießen den Komfort, gehen laufen, haben Zeit im Businesscenter des Hotels alle wichtigen Papiere zu kopieren und erkunden die Stadt mit den Rädern.
Die eigentliche Altstadt, Casco Viejo, ist sehr schön und gerade in einem Transformationsprozess. Im unmittelbaren Zentrum sieht man nur noch wenige unsanierte Häuser. Sie verfallen und werden von wenigen verbliebenen Einwohnern bewohnt. Der bisher rekonstruierte Teil der Altstadt, liegt auf einer Halbinsel und ist sehr schön. Allerdings auch irgendwie tot, diese Gegend hat nur noch eine touristische Funktion.

Der moderne Teil Panama Cities wartet mit einer beeindruckenden Skyline auf. Panama City ist ein bedeutender Finanzplatz, spätestens seit dem 3. April 2016 und der Veröffentlichung der Panama Papers wissen wir etwas genauer, womit man hier u.a. Geld verdient. Auf der Halbinsel Amador am pazifikseitigen Ausgang des Panamakanals befindet sich das Biodiversitätsmuseum. Es mutet an wie ein Insekt oder ein Vogelschwarm.

Am Montag, den 25.01.2016 begann dann das Prozedere zur Verschiffung. Morgens zu 07:00 Uhr sind wir zur Fahrzeugkontrolle gefahren. Hier lernten wir die Eidgenossen Daniela und Pascal kennen. Nach zwei Jahren reisen in Nord- und Mittelamerika fliegen sie nun heim in die Schweiz und verschiffen Ihr Wohnmobil nach Europa. Die Kontrolle war eher eine Formsache, es wurden die Daten auf den Papieren mit den Daten am Auto verglichen, es dauerte bis ca. bis 09:30 Uhr. Da unser Bus mit einem anderen Kleinbus und drei Motorrädern in einen Container verladen werden sollte, das ist durch die Agentin organisiert worden, hatten wir nun immer wieder Kontakt mit den anderen und mussten uns miteinander abstimmen. Gegen 14:00 Uhr fuhren wir zum Zollamt, wo wir die anderen dann auch wieder trafen und die fertigen Unterlagen abholen konnten. Das dauerte so seine Weile. Die Mitarbeiter kamen mit den fertigen Dokumenten, die man dann genau auf Fehler prüfte. In den Unterlagen waren diverse Fehler, zumeist Übertragungsfehler, so dass es eine weitere Runde brauchte. Aber dann waren die Unterlagen ok und wir nahmen sie mit, um sie am nächsten Tag im Hafen vorzulegen.
Wieder im Hotel haben wir den Bus eingepackt. Für unsere Schiffsreise nehmen wir nur jeder einen Rucksack mit. Der Rest muss im Bus verstaut werden, auch die Räder packen wir in den Bus, was zu unserem Erstaunen gut geht.
Am Dienstag, den 26.01.2016 standen wir früh auf und sind zum Hafen Manzanillo in Colon am karibikseitigen Ausgang des Panamakanals gefahren. Auf dem Weg kamen wir noch an einem brennenden Einkaufszentrum vorbei. Im Hafen Manzanillo trafen wir Werner, ein Motorradfahrer aus Passau, vom dem wir Sachen mit in den Bus packen wollten, da wir einen Container mit ihm, zwei weiteren Motorradfahrern und einen anderem Bus teilen
Nach mehreren Stationen konnte Claudia dann den Bus zum Abgabeparkplatz fahren. Dort gab es noch eine Kontrolle, dann kam sie ohne Bus wieder und waren jetzt Backpacker.
der Buss steht nun im Hafen zur Verschiffung bereit

der Buss steht nun im Hafen zur Verschiffung bereit


Gemeinsam mit Daniela und Pascal fuhren wir mit dem Taxi zum Busbahnhof Colon und dann mit dem Bus weiter nach Panama City. Von dort sollte am nächsten Morgen, die Tour zu den San Blas Inseln beginnen.
Abends trafen wir uns noch mit Daniela & Pascal zum Essen. Wir essen peruanisch, sehr lecker. Die Küche Perus hat nicht umsonst einen guten Ruf.
Wir sind alle in Abschiedsstimmung. Wir nehmen Abschied von Mittelamerika und freuen uns nun auf Südamerika. Daniela & Pascal beenden ihre zweijährige Reise und machen noch einen kurzen Urlaub in der Dominikanischen Republik. Dann fliegen sie heim nach Bern. Sie werden sich eine Wohnung suchen, eine neue Arbeit und sich sicher noch lange an ihre große Amerikareise erinnern.
Daniela und Pascal

Daniela und Pascal


Wir genießen den letzten Abend in Panamas Hauptstadt, während andere vor dem Regierungspalast für höhere Löhne demonstrieren.
auf dem zentralen Platz in Casco Viejo demonstrieren die MItarbeiter des Gesundheitswesens

auf dem zentralen Platz in Casco Viejo demonstrieren die Mitarbeiter des Gesundheitswesens


„Pro Mundi Beneficio“ ist übrigens der Wahlspruch Panamas: „Für das Wohl der Welt“. Meinen sie damit das steuerliche Wohl einiger weniger oder die logistischen Vorteile des Panamakanals?

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